Pousadas - wo Träume Wirklichkeit werden

Wer hätte nicht schon einmal davon geträumt, wie ein Schlossherr zu wohnen, im Himmelbett zu schlafen, ohne die vom Museumsdirektor verordneten Filzpantoffeln durch königliche Säle zu spazieren oder die Stille eine klösterlichen Kreuzganges frei von zur Eile mahnenden Reiseleitern zu genießen?

Pousada de Santa Marinha in Guimarães.
Pousada de Santa Marinha in Guimarães. Foto: Rui Morais de Sousa / ICEP Portugal

In den Pousadas in Portugal erfüllt sich mancher dieser Träume. „Pousada“ bedeutet im Portugiesischen „Ort der Ruhe“, „Ort der Besinnlichkeit“ oder „Ort der Gastlichkeit“. Unter dem Begriff Pousada sind in Portugal Hotels in vorwiegend historischen Gebäuden zusammengefasst. Ursprünglich waren die Pousadas komplett in staatlicher Hand; 2003 hat – nachdem ab 2003 bereits eine Teilprivatisierung der Häuser erfolgt war – die Grupo Pestana Pousadas ihre Leitung übernommen.
Die Geschichte der Pousadas geht zurück bis in die Zeit von Salazar. Bereits Anfang der 40er Jahre suchte die Regierung im ganzen Land nach Palästen, Burgen, Klöstern, Herrensitzen und Jagdschlössern, um sie in komfortable Quartiere umzuwandeln. Denkmalgeschützte Prachtanlagen, die in Frage kamen, gab es genug. Doch viele von ihnen befanden sich ein einem vernachlässigten Zustand, mussten erst gründlich restauriert und auf die Bedürfnisse eines Hotelbetriebs zugeschnitten werden.
Zu den historischen Schmuckstücken zählt z.B. die Pousada D. Diniz in Vila Nova de Cerveira, eine mächtige Festungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. In Grenznähe zum spanischen Galizien wacht sie über den Fluss Minho. Die Pousada da Rainha Santa Isabel ist in dem Palast einer alten Festungsanlage über der Stadt Estremoz untergebracht. Von dicken Wehrmauern umgeben, fällt es ihr mit all den Gassen, Gräben, Zugbrücken, Toren, Bögen und Winkeln leicht, die Stimmung des Mittelalters aufkommen zu lassen. Ganz anders das Flair in der Pousada Santa Marinha vor den Toren von Guimarães, die vielleicht stimmungsvollste Pousada des Landes. Das im 12. Jahrhundert, von Augustinermönchen gegründete, später von Jesuiten übernommene Kloster fasziniert durch seine großzügige Anlage, kunstvolle Azulejos, verschwiegene Nischen und Brunnen. Der klösterliche Geist schwebt noch spürbar durch die modernisierten Zimmerzellen und den parkähnlichen Kreuzgang.

São João Baptista Fort in Berlengas.
São João Baptista Fort in Berlengas. Foto: José Manuel / ICEP Portugal

Die Idee der staatlich geführten Hotels auf hohem Niveau kam gut an. Für den Staat lagen die Vorzüge auf der Hand: historisch wertvolle Gebäude konnten vor dem Verfall gerettet werden, anspruchsvollen Gästen stilvolle Unterkünfte geboten und gleichzeitig regionale Traditionen vermittelt werden. Die Restauratoren gingen bei den Arbeiten so sorgfältig vor, dass die Substanz möglichst originalgetreu erhalten blieb. Die Innendekorateure legten größten Wert darauf, den Geschmack der jeweiligen Region in Mobiliar und Dekoration zum Ausdruck zu bringen. Die Köche stellen stets den Speiseplan aus typischen regionalen Rezepten zusammen, die Kellermeister wählen die erlesensten Weine lokaler Produzenten. In der Pousada do Barão Forrester im bergigen Nordportugal etwa kommt eine Wachtelsuppe auf den Tisch. In der Pousada do Mestre Alfonso Domingues in Batalha an der Atlantikküste empfiehlt der Kellner den im Ofen gebackenen Stockfisch, während sein Kollege in der Pousada Flor da Rosa im alentejanischen Crato auf die typischen Schweinefüße mit Koriander schwört.
Von Geheimtipp kann in Sachen Pousadas heute nicht mehr die Rede sein. Längst gelten die historischen Quartiere als fester Begriff für Qualität und Originalität. Wegen der stark begrenzten Zimmerzahl sind sie jedoch immer noch von dem Hauch der Exklusivität umgeben. Das Gros der Pousadas, die auf den Straßen durch das Symbol eines gastlichen Hauses mit rauchendem Schornstein auf blauem Grund ausgeschildert sind, befindet sich in historisch interessanten oder landschaftlich ausgewählten Gegenden. Meist ist die Lage der Häuser so gewählt, dass sie hervorragend als Ausgangspunkte für die Erkundung des Umfeldes dienen. Das flächendeckende Angebot regt dazu an, Portugal in all seinen regionalen Kontrasten und Besonderheiten kennen zu lernen.

Quelle: ICEP Portugal / bearbeitet von pairola-media

Urlaubstipps:

Polen
:: Segeln in den Masuren
:: Warschau Boom-Stadt

Schweden
:: Urlaubsregion Westschweden
:: Golf und Erholung
:: Ostseeinsel Gotland
:: Westschwedens Küche

Portugal
:: mehr als die Algarve
:: Portugal im Überblick
:: Lissabon ist trendy
:: Lissabons reizvolle Umgebung
:: Golfdorado Lissabon
:: Lissabon - Fakten
:: Porto - Die Unbesiegbare
:: Algarve – mehr als Sonne
:: Madeira - mitten im Atlantik
:: Wanderen, Golf, Seglen
:: Region Serra da Estrela
:: Sieben Landschaften
:: Pousadas
:: Aqui nasceu Portugal
:: Manuelinik
:: Madeiras Südküste
:: Santo António – Volksfest
:: Portugals Geschichte
:: Fado und Feste
:: UNESCO Welterbe
:: Algarve beste Golfdestination
:: Die Azoren
:: Azoren jede eine Reise wert
:: In Hochform auf den Azoren
:: Weine und Wale
:: Wanderparadies Azoren
:: São Miguel - heiße Quellen
:: Tipps für den Trip