Algarve – mehr als Sonne, Strand und SardinenAl Gharb – der Westen. So nannten die Mauren einst die westlichste Provinz ihres Reiches, die sie rund 500 Jahre lang durch die Regentschaft entscheidend prägen sollten. Noch heute finden sich in Architektur und Sprache an der Algarve nachhaltige Spuren des maurischen Einflusses. So deuten die vielen Ortsnamen der Region, die mit „al“ beginnen, auf den arabischen Ursprung hin.
Die Algarve, Portugals südlichste Küste, ist für zahlreiche Gäste – besonders auch aus Deutschland – längst zum Inbegriff des unbeschwerten Strand- und Badeurlaubs geworden. Kein Wunder: Selbst im Hochsommer, wenn das Thermometer schon mal über 30 Grad klettert, lässt der kühlende Wind vom Atlantik die Temperaturen angenehm erscheinen, und es findet sich für jeden ein geruhsames Plätzchen am Strand. Für Wiederholungstäter ein schier unerschöpfliches Hobby: das Sammeln von Stränden, denn die unzähligen großen und kleinen Buchten, die von bizarrem, leuchtend roten Felsen begrenzt werden, laden mit ihrem feinen, goldgelben Sand und dem glasklaren türkisfarbenen Wasser geradezu zu Entdeckungsfahrten ein.
Wer an die Algarve reist, landet in der Regel mit dem Flugzeug in Faro, der Hauptstadt der Algarve. Doch für die meisten Familienreisen bleibt von diesem Ort mit seinen rund 30.000 Einwohnern nur das vorgelagerte Naturschutzgebiet Ria Formosa in Erinnerung – eine einzigartige Hafflandschaft, die sich beim Landeanflug auf dem stark frequentierten Touristen-Flughafen in ihrer ganzen Pracht ausbreitet.
Inzwischen ist auch ein bisheriges Nadelöhr beseitigt: Die neue, gebührenfreie Schnellstraße „Via Do Infante“ verläuft von der spanischen Grenze in Ost-West- Richtung bis kurz vor Lagos bzw. Sagres. Damit ist die Verbindung von der – gebührenpflichtigen – Autobahn A2 aus Richtung Lissabon kommend geschaffen. Von Sagres aus sind es nur noch wenige Meter zum südwestlichsten Zipfel Portugals, zum Leuchtturm am stürmischen Cabo São Vicente. Beim Blick auf die ständig sich brechenden Wellen lässt sich erahnen, welch Wagemut einst dazu gehörte, als sich die Portugiesen aufmachten, um von hier aus die Welt per Schiff zu erobern. Wer sich von Urlaub buchen seinem Badetuch am Strand oder am Hotelpool loseisen kann, wird zu einer Erkundungstour ins hügelige Hinterland aufbrechen. In die Serra de Monchique beispielsweise. Sanft schlängelt sich die Straße von der quirligen Einkaufsstadt Portimão vorbei an Korkeichen und duftenden Eukalyptus- Wäldern hinauf nach Caldas de Monchique, einem verschlafenen Kurort mit sprudelnder Heilquelle gegen Rheuma und Magenleiden. Weiter führt der Weg nach oben zur höchsten Erhebung der Monchique-Berge, dem Foia mit 902 Metern Höhe. Wenn die Sicht klar ist, wird die Auffahrt durch einen fantastischen Blick über die Küste belohnt. Aber auch sonst warten Überraschungen in den kleinen Kneipen und Restaurants links und rechts der Straße. Kenner, die die unverfälschte, ursprüngliche Küche schätzen, werden den luftgetrockneten Schinken mit selbst gebackenem Bauernbrot, das pikant gewürzte, gegrillte Piri-Piri-Hähnchen und zum Nachtisch das handgemachte Marzipan zu einer Bica, dem portugiesischen Espresso, vollmundig genießen. Längst hat sich der Reiz der Algarve, die so wunderbar Erholung mit sportlichen Aktivitäten und kulturellen Ausflügen verbindet, auch bei Prominenten herumgesprochen. Ob Udo Jürgens, Dagmar Koller mit ihrem Ehemann Helmut Zilk, dem ehemaligen Oberbürgermeister von Wien, oder der Literaturnobelpreisträger Günter Grass – sie alle ziehen es vor, sich diskret in ihren Villen zu entspannen und neue Energien zu tanken. Denn schließlich scheint die Sonne nachweislich länger als in Kalifornien: nämlich über 3.000 Stunden im Jahr. Und das einmalige Licht, das viele Künstler inspiriert, lässt die landestypischen weißen Häuser mit ihren pittoresken Schornsteinen im azurblauen Himmel erstrahlen. Quelle: ICEP Portugal / bearbeitet von pairola-media | Urlaubstipps:Polen Schweden Portugal |